Für die Rettigheimer Wehr ist fast Weihnachten
Das neue Feuerwehrfahrzeug HLF 20/16 wurde jetzt in Dienst gestellt – Silberne Ehrennadel für Kommandant Stefan Werner
Rettigheim. (g.ö.) In einer Feierstunde auf dem Platz beim Gemeindezentrum hat Bürgermeister Karl Klein das neue Feuerwehrfahrzeug „HLF 20/16" in Dienst gestellt. Ein „wahrhaft zukunftsträchtiger Beschluss", den der Gemeinderat 2006 auf den Weg gebracht hat, so der Bürgermeister. Es sei „ein Kraftakt", den die Gemeinde mit der Investition von 360 000 Euro (160 000 Euro wurden vom Land bezuschusst) geleistet habe. Bürgermeister Klein sprach jedoch von einer „guten Investition", die man den ehrenamtlichen Wehrmännern der Abteilung
Rettigheim in die Hand gegeben habe, um einen optimalen Schutz der Bürger zu gewährleisten.

Unterkreisführer Jürgen Förderer gab seiner Freude über diese Anschaffung Ausdruck, die einem angesichts knapper Kassen „wie Weihnachten" vorkomme. Der Unterkreis Wiesloch sei froh, dass er in Notfällen auch von der Stärke der Rettigheimer Wehr profitieren könne.
Der damalige Gesamtkommandant Andreas Kretz hat Fahrzeug und Ausstattung akribisch mit dem Ausschuss geplant und umgesetzt. Mit an Bord war auch der Rettigheimer Kommandant Stefan Werner, an den jetzt der Schlüssel übergeben wurde.
Der Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbands, Thomas Frank, Sinsheim-Weiler, sprach seine Glückwünsche für das neue Fahrzeug aus, das stets unfallfrei sein und wohlbehütet ins Gerätehaus zurückkommen möge. Frank bescheinigte dem Oberbrandmeister Stefan Werner einen positiven Einfluss auf die Abteilungswehr, die personell stärkste Abteilung der Gesamtfeuerwehr Mühlhausen.
Seit 26 Jahren ist Stefan Werner Feuerwehrmann, elf Jahre Kommandant und seit Mai 2009 ist er zudem stellvertretender Kommandant der Gesamtwehr Mühlhausen. Dafür wurde Werner mit der silbernen Ehrennadel nebst Urkunde vom Kreisfeuerwehrverband ausgezeichnet. Frank übergab der Feuerwehr für „schöne Stunden" eine Uhr.

Zur Einweihung des HLF begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Klaus Jacobsen viele Gäste, darunter Feuerwehrleute aus dem ganzen Umkreis. Der katholische Pfarrer Manfred Tschacher und der evangelische Geistliche Hans-Georg Schmitz sprachen Gebete und segneten das Fahrzeug. Sie brachten zum Ausdruck, dass sich die Feuerwehrleute in Not, bei Feuer und Gefahr für die Gemeinschaft einsetzten. Deshalb gelte ihnen in besonderem Maße Schutz und Segen.
Gesamtkommandant Jens Kratochwill betonte voller Freude und Stolz, dass ein solch modernes Fahrzeug die Feuerwehr noch wesentlich leistungsfähiger mache. Mittlerweile seien 26 Jahre vergangen, seit Kommandant Dieter Maier das „LF 8" übernehmen konnte. Kratochwill dankte den Feuerwehrkameraden, die sich in vielen Stunden mit der neuen Technik und Ausrüstung vertraut gemacht hatten. Nach einigen Einsätzen in den vergangenen fünf Monaten hat das neue Fahrzeug, das jetzt offiziell übergeben wurde, seine Einsatzbereitschaft bereits bewiesen.
Uwe Freidinger, Vertreter des Fahrzeugherstellers IVECO Magirus Bruchsal, übergab den Schlüssel für das Fahrzeug und war sich sicher, dass die Feuerwehr Rettigheim damit bestens gerüstet ist. Bürgermeister Karl Klein sprach das Schlusswort, wünschte Glück, Erfolg und Gottes Segen und lud ins Gemeindezentrum St. Nikolaus ein.
In das Fahrzeug mit 14,5 Tonnen Gesamtgewicht und 295 PS passt eine Neun-Mann-Besatzung. Es hat eine Pumpleistung von 2000 Litern pro Minute und verfügt über einen Tankinhalt von 2200 Litern. Es ist jedoch bei Weitem nicht nur zum Löschen da. Zur Ausrüstung für Brandeinsätze kommt eine komfortable Ausstattung für technische Hilfeleistung hinzu, daher auch der Name: HLF bedeutet „Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug". So ein Feuerwehrfahrzeug ist keine „Massenware", sondern muss in Einzelfertigung speziell an die Kundenwünsche angepasst werden. So gingen nach zwölf Monaten Vorplanung rund 14 Monate für den Bau ins Land


